Bautenschutz

Der Bautenschutz stellt immer eine nachträgliche Maßnahme dar, um Bestandsgebäude durch eine gründliche Sanierung dauerhaft zu schützen.

Bautenschutz mit der Verwendung von Mauerschutzplatten
Hochwertige Materialien sind auch bei der Verwendung von Mauerschutzplatten sehr wichtig, um einen langfristigen Bautenschutz zu gewährleisten.

Der  Bautenschutz, nicht zu verwechseln mit dem geläufigeren Stichwort Baudenkmalschutz, befasst sich im speziellen mit der Sanierung von feuchtegeschädigter Bausubstanz einzelner Wohnungen in Miethäusern, über Ein- und Mehrfamilienhäuser bis hin zu der kompletten Sanierung von feuchten Mauern in öffentlichen Gebäuden. Es gibt aber auch viele Gebäude, die unter Baudenkmalschutz stehen, was bedeutet, dass man auch diese Gebäude im Rahmen einer Restauration durch den Bautenschutz für die Zukunft resistent gegen äußere Einflüsse, wie z. B. Feuchtigkeit, zu machen.

Damit dieser nachträgliche Bautenschutz Ihre Immobilie langfristig schützt, ist es zuvor wichtig, durch einen kompetenten Sachverständigen eine genaue Schadensanalyse durchführen zu lassen. Bei der Schadensanalyse begutachtet ein Fachmann alle Räume und kann sich somit ein genaues Gesamtbild von dem zu sanierenden Objekt und dessen zukünftig anfallenden Bautenschutz Maßnahmen zu machen. Danach wird die Feuchtigkeit in den betroffenen Wänden gemessen, um eine Aussage über Vorgehensweise, die Materialauswahl, die spezielle Sanierung und den daraus entstehenden Aufwand für den späteren Bautenschutz treffen zu können.

Nachdem die Schadensanalyse durchgeführt ist, kann mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden. Wie das Wort Bautenschutz schon erahnen lässt, geht es um einen Schutz. Dieser kann notwendig werden, um zukünftig vor eindringender Feuchtigkeit von außen zu schützen. Eine Vorgehensweise, welche hier für den nachhaltigen Bautenschutz sorgt, ist die Methode des Injektionsverfahrens. Im nächsten Abschnitt wird auf weitere gängige Injektionsverfahren je nach Schwere des Falles und den Feuchtigkeitsproblemen eingegangen. Es gibt für unterschiedliche Feuchtigkeitsprobleme auch unterschiedliche Abdichtungslösungen und dementsprechend passende Materialien.

Die Schleierinjektion:

Bei der Schleierinjektion zum Beispiel, dichtet man die äußeren Mauern  durch Arbeiten von innen ab, indem man von innen durch die Kellerwand nach außen bohrt und das Injektionsmaterial über Injektionsdüsen direkt ins Erdreich vor die äußere Hauswand einbringt, um diese abzudichten. Bei der Schleierinjektion wird das Wasser sozusagen von innen nach außen gedrückt und abhängig von den äußeren Gegebenheiten je nach Schwere des Schadens eine einstufige oder mehrstufige Injektion benutzt. Die Schleierinjektion eignet sich deshalb sehr gut für den oberhalb beschriebenen Bereich des Baudenkmalschutzes, weil man die angrenzenden Gebäude oder Bepflanzungen nicht beschädigt.

Flächeninjektion:

Unter einer Flächeninjektion versteht man, dass man das Injektionsmaterial von innen direkt in die Mauer injiziert. Dadurch entsteht auf der gesamten Mauerinnenseite eine robuste Fläche. Diesen Vorgang nennt man auch im Fachjargon Konstruktionsverpressung, weil das Mauerwerk hierbei nicht nur abgedichtet wird, sondern eine neue stabile Fläche bildet, welche die Mauer nachhaltig abstützt und abdichtet. Eine Flächeninjektion hat aber nicht nur den Effekt einer Konstruktionsverpressung zur Folge, sondern bietet auch noch andere Anwendungsbereiche. Ebenso dient eine Flächeninjektion zur Abdichtung bei Rohrdurchführungen. Man kann z.B. bezogen auf den Bautenschutz nachträglich die Fugenbänder im Mauerwerk abdichten. Mit einer Flächeninjektion wird jedoch gängiger Weise eine feuchte Wand gegen drückendes Wasser von außen abgedichtet oder eine mangelhafte Vertikalsperre zzgl. verstärkt bzw. ergänzt.

Bei der praktischen Umsetzung der Flächeninjektion werden Rasterbohrungen, welche bei der Größe abhängig von den Gegebenheiten des Objektes und von der  Baustoffbeschaffenheit bzw. des Porengefüges abhängig sind, in das betroffene Bauteil oder die betroffene Wand gesetzt. Es gibt zudem den Druck der Injektion individuell anzupassen, indem man ein Niederdruckverfahren von <10 Bar oder ein Hochdruckverfahren >10Bar bei der eigentlichen Injektion benutzt.

Riss- und Hohlrauminjektion:

Mit der Riss- und Hohlrauminjektion oder besser gesagt der sogenannten Rasterinjektion wird zuerst die komplette betroffene  Wand mit einem Raster an Bohrlöchern versehen. Danach wird eine chemische Injektionsflüssigkeit in das Mauerwerk injiziert. Das Mauerwerk weicht dadurch auf und so entsteht die Möglichkeit, dass das Injektionsmaterial in jeden Riss und Hohlraum gelangen kann. Wenn später das Injektionsmaterial aushärtet ist entsteht dadurch dann eine neue Konsistenz des Mauerwerks. Dadurch ist das Mauerwerk letztendlich wieder stabil in seiner Gesamtheit und bildet eine sichere und massive Feuchtigkeitsbarriere. Eindringende Feuchtigkeit von außen kann jetzt nicht mehr ins Mauerwerk eindringen und schütz somit Ihre Kellerwand langfristig und sicher.

Abschießend gibt es noch anzumerken, dass wenn man nachhaltig unter ökologischen und ökonomischen Aspekten effizient arbeiten will, sollte das Thema Bautenschutz als ganzheitliche Sanierungsmaßnahme betrachtet werden.